Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich diesen Post veröffentlichen möchte, oder ob nicht.
Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass man doch seine freie Meinung wird äussern dürfen, und ausserdem hoffe ich, dass mein kritischer Standpunkt offenbar wird. Ich wollte nur veröffentlichen, was mir dazu auf dem Herzen liegt!
Das Thema ist der Film von Geert Wilders:
Es geht eigentlich seit den Überlegungen, ob Afghanistan nun zu stürmen sei oder nicht, am Ende doch nur darum:
Ist der Islam böse, oder ist er es nicht?
Der neue Film von Geert Wilders, einem renommierten Rechtspopulisten, ist gefragt wie kaum etwas im Netz.
Ich gebe zu, auch ich habe, auf Drängen von Freunden hin, mir diesen Film zu Gemüte geführt.
Prinzipiell lässt sich erst einmal sagen, dass die Bilder sehr drastisch sind, und der Islam dabei schlecht wegkommt. Das ist teilweise „eigenes Verschulden“, andererseits die Meinung des Populisten Wilders, der seine Sicht klar äussert.
Ich bin der Meinung, dass das differenziert zu sehen ist. Die Welt des Islam ist prinzipiell so geartet, dass demokratische Strukturen existieren können. Wo aber die Religion sehr fest im gesellschaftlichen System verankert ist, wird das unterdrückt werden. Dieser Sachverhalt trifft prinzipiell auf (fast) jede andere Religion auch zu.
Man muss Wilders in mehreren Sachen kritisieren:
Erstens:
Die Darstellung musste nun nicht so drastisch ausfallen, um zu sagen, was er sagen wollte, wobei alles mehr oder weniger bekannte Bilder sind.
Zweitens:
Er verwendet Koranauslegungen, wie sie von Extremisten benutzt/ausgelegt werden. Das unterstützt zwar seine Postion, und hält dazu an diese Tendenzen in einem demokratischen Staat nicht zu tolerieren. Aber die Mehrheit der gläubigen Muslime, und ich denke da auch an die streng gläubigen, werden gemäßigtere Auslegungen lesen. Also kämmt Wilders zu sehr über einen Kamm, und differenziert zu wenig.
Drittens:
Er versucht die Menschen, die in den Niederlanden, oder Europa, o.ä. Ländern leben, gegen den Islam aufzuhetzen, indem er fragt: was passiert in der Zukunft? Die erste Reaktion ist totale Ablehnung, bei der Mehrheit der Zuschauer, was Wilders ja so auch beabsichtigt. Aber dieser Standpunkt hilft der westlichen Welt im Umgang mit dem Islam nicht. Wir können mit dem Islam als Ganzes, also alle Schattierungen, die er mitbringt, nur umgehen, indem wir ihn tolerieren / akzeptieren. Und das heißt auch, dass wir im Religionsunterricht, wo das gefordert ist, Islamunterricht geben müssen, geanuso, wie evangelischer und katholischer Religionsunterricht gegeben werden.
Nichts desto trotz sollten Menschen, die dem radikalen Islam anhängen, in Demokratien nicht geduldet werden. Wenn dieser Islam dieser Menschen mit der demokratischen Grundordnung in den jeweiligen Staaten nicht vereinbar ist, dann sollten sie dort für ihr antidemokratisches oder antigesellschaftliches Handeln (!!! nicht denken!) bestraft werden. Nach dem Gesetz, wie jeder andere, der das aus anderen Motiven tut, auch!
Die Bilder sind sehr gut dazu geeignet, durch Blendung eine radikale Sichtweise unsererseits in den Köpfen zu installieren. Ich bin der Meinung, dass allein schon der Umstand, dass er Rechtspopulist ist, dazu anhält, diesen Film mit Vorsicht zu genießen.
Übrigens möchte ich nocheinmal darauf hinweisen, dass „die drei Großen“ Religionen sich alle in der Hinsicht nicht viel nehmen. Die Israelis sind ebenso radikal anti – islamisch eingestellt, dass sie lange Zeit gar nicht auf die Belange der PLO und der Menschen im Westjordanland eingegangen sind. Selbst jetzt, nachdem ein Friedensprozess mal wieder in Gang gekommen ist, wird der Ausbau von jüdischen Siedlungen im Westjordanland forciert. Und die Christen… nunja, ich brauche ja nicht über die Kreuzzüge – mittelalterliche, als auch neuzeitige – zu reden.
So viel dazu,
R’hastus Khal