Die Tschechen wollen aus einer abwartenden Haltung anscheinend noch Profit schlagen. Soweit, sogut. Man sieht ja, dass es sich für ein Land lohnen kann, noch etwas heraus zu holen (siehe Irland). Jedoch ist dies kein Grund, von gallischen Dörfern zu sprechen. Denn schließlich wollen die Tschechen ja anscheinend prinzipiell mitmachen. Das heißt, dass ein anderer Ratifizierungsweg gefunden werden muss.
Da man davon ausgehen muss, dass eine Europäische Union nur Gewicht auf der Weltbühne bekommt, wenn möglichst viele europäische Staaten darin vereinigt sind, sollte man an diesem Scheideweg doch einmal darüber nachdenken, bestimmte unwillige Staaten und Personen bis auf weiteres auf einen Status: assoziiert herabzustufen. Das könnten diesen Staaten mittelfristig auf die Beine helfen, und evtl. dazu führen, dass Sie wieder über ihre Zukunft nachdenken.
Da die gesamte Situation auf einen Machtpoker hinaus läuft, sollten sich die Staaten, die bereits ratifizierten noch einmal überlegen, wie sie weiterhin mit der Situation umzugehen gedenken. Im Moment sehe ich kein Druckmittel, um unwillige Staaten noch einmal auf eine Linie einzuschwören. Eine Gemeinschaft orientiert sich an Regeln, die jedes Mitglied einhalten sollte, wenn man gemeinsam erfolgreich sein will. Dann wird sich für die einzelnen Mitglieder auch ein ungefähr gleich verteilter Wohlstand einstellen, denn gerade nach dem neuen Regelwerk sollen sich ja Mehrheitsentscheidungen durchsetzen. Und wenn sich die großen zu viel heraus nehmen, werden die kleinen eben zusammen gegen sie arbeiten…
Ich bin dafür, solche „Querulanten“ auch notfalls von bestimmten Vorteilen ausschließen zu können, ohne der Bevölkerung die Möglichkeit zu nehmen, sich wieder für die EU zu entscheiden… Schließlich sind ja regierende auch nur Menschen, und von Ihrer persönlichen Geschichte geprägt. Und manchem scheint da der Blick für das Wohl des Volkes abhanden gekommen zu sein. Aber unsere globalisierte Welt schreit nach Gegengewichten zu immer mächtigeren großen Konzernen. Und die können ein kleines Land eher bedrängen, als ein großes Konglomerat. Und wenn sich die EU nicht beeilt, ein wenig einiger zu erscheinen, wird sie hinter großen Staaten als auch anderen Konglomeraten zurück fallen, und auf wen fällt das dann zurück?
Nunja, die Geschichte hat gezeigt, dass immer mal andere Weltteile mit Wohlstand und „Beherrschung der anderen“ dran ist. Hat sich das vom Orient (naher Osten) in den Okzident (Mitteleuropa) verlagert, danach neuerdings nach Nordamerika, dann ist wohl jetzt einmal der ferne Osten dran.
Es liegt an uns, den „verbleibenden Wohlstand“ zu sichern, oder vielleicht wieder aus eigener Kraft diesen Trend zu umgehen, oder eine Art Einklang mit aufstrebenden anderen Nationen zu finden, der in einer „Win-win-Situation“ endet.