Deutsch-russische Freundschaft?! Freitag, Nov 6 2009 

Ich habe irgendwann einmal in einem Buch über Geheimdienste Deutschlands und Russlands gelesen, dass Deutschland immer wunderbar prosperierte, wenn es eine enge Freundschaft mit Russland unterhielt. In demselben Buch wird inhärent auch dargelegt, dass diese Zeiten mitunter schwierig für die restlichen (Ost-)europäischen Staaten waren, da sich Deutschland aufgrund von Bevölkerungsreichtum und Marktmacht (Exportmacht) hervorragend als Hegemonialmacht in Europa eignet. Anscheinend ist das einigen Leuten wieder bewusst geworden. Denn Deutschlands größte Schwäche ist mittlerweile der Rohstoffmangel. Schafft man es, ungünstige Beschaffungslagen für deutsche Unternehmen zu erzeugen, dann wird Deutschland irgendwann die Puste ausgehen (siehe 2ter Weltkrieg). Das logischste ist deshalb, mit Moskau in einen Dialog zu treten, der beide Seiten mit Vorteilen bedenkt, aber meistens zu Lasten der Staaten zwischen den beiden großen Mächten geht.
Wenn man über die Verwicklungen und die beteiligten Partner des jüngst gescheiterten Opel-Magna – Deals nachdenkt, fällt einem eine, theoretisch für Deutschland und Russland günstige Konstellation auf. Konkurrenten werden aus dem Weg geräumt (Werke in Polen und Großbritannien, Haupteigentümer in Amerika), und die Wirtschaftsbeziehungen derart gestärkt, dass Deutschland dabei doch übermäßig gegenüber anderen Staaten profitiert.
Diese Vorhaben wurde nun von Washington anscheinend torpediert. Aber das zeigt darüber hinaus auch weitere Verhältnisse auf: erstens ist es für einen geopolitisch zumindest teilweise zum Vorteil für Deutschland denkenden ehemaligen Bundeskanzler nur logisch, sich auch nach Ausscheiden weiter für eine vorteilhafte Position zu entscheiden. Andererseits birgt diese Allianz immer auch zwei weitere Probleme: Der erste ist die theoretisch und auf dem Papier zwar gut aussehende Allianz zwischen deutschen und (noch zu privatisierenden) russischen Unternehmen, aber ist der Deal einmal gelaufen, und der Technologietransfer einmal vollzogen, wer hindert denn die russische Regierung daran, die Beteiligung der deutschen Unternehmen zurück zu fahren, und die Deutschen wieder ins Hintertreffen geraten zu lassen? Wohl kaum die demokratische Verfassung des Superstaates.
Andererseits kann es doch zu einem erneuten möglichen Größenwahn beider Staaten führen, welcher das fragile geopolitische Stabilitätsprogramm namens Europäische Union sehr leicht zum Zerbrechen bringen könnte. Und dass diese Union inhärent von vielen Einzelinteressen blockiert werden kann, hat zuletzt das Possenspiel in Tschechien gezeigt. Natürlich soll der neue „Vertrag“ (Verfassung) solche Vorgehen zum eigenen Vorteil verhindern, jedoch ist das Veto beziehungsweise die Blockade von Mehrheitsentscheidungen doch immer noch möglich, und von einem geschickten Taktierer auch weiterhin auszunutzen…

uiuiuiui… Dienstag, Nov 3 2009 

ich war ja schon immer der Meinung, nachdem die Krise letztes Jahr erfolgreich zuschlug, dass Deutschland eine schwarz-gelbe Regierung wählt. Ich war auch der Meinung, dass das das schlechteste für das Land sein wird.
Wenn man über die Ereignisse während der Koalitionsverhandlungen und dem jetzigen Geschacher um die Entlastungen zusieht, kann einem nur Anst und Bange werden, um unseren schönen Staat. Wir, die wir uns eigens (mit Hilfe der Amerikaner) aus der Krise zogen, und ein Wirtschaftswunder erlebten, dass sich die Briten nur so die Augen rieben, müssen jetzt unbedingt wieder lernen, was es heißt, wenn unfähige Menschen das Land regieren, und so machtbesessen sind, dass sie Angst davor haben, unbequeme Entscheidungen zu treffen.
Anscheinend ist es das Schicksal einer jeden von Menschen-Kopf erdachten Staatsform, dass einige wenige so viel Macht erlangen, dass Sie den Rest nach Gutdünken lenken können. Mag die Verfassung anfangs auf gutem Willen und der Hoffnung nach einem besseren Leben getrieben worden sein, wurde sie bald darauf von findigen Menschen untergraben, und zum eigenen Vorteil genutzt. Das an sich wäre ja nicht so schlimm, wenn dabei nicht das gesamte System vor die Hunde gehen würde.

Auch wenn der Autor dieses Artikels nicht in allen Punkten Recht hat, so ist die Analyse der wirtschaftlichen Situation und die Hasenängstigkeit der Politiker vor der großen bösen Giftschlange á la Ackermann doch ziemlich zutreffend. Und es wundert, dass man sich auf „große Politiker“ wie Ludwig Erhard beruft, und trotzdem eine so schwache Politik macht, wie seinerseits ein Herr Kohl, der durch Wählergeschenke und Aussitzen rekordhaltige 16 Jahre an der Macht war.

Vielleicht sollten wir uns auf Politker stützen, die sich keine ehemaligen Vorbilder mehr zum Vorbild nehmen, sondern sich an den politischen Wirklichkeiten orientieren. Aber das ist ja unbequem, denn einem geschenkten Gaul guckt man nicht ins Maul… ja, auch so herum kann ein Spruch verstanden werden.

Der Titel ist irreführend Freitag, Okt 16 2009 

Die Tschechen wollen aus einer abwartenden Haltung anscheinend noch Profit schlagen. Soweit, sogut. Man sieht ja, dass es sich für ein Land lohnen kann, noch etwas heraus zu holen (siehe Irland). Jedoch ist dies kein Grund, von gallischen Dörfern zu sprechen. Denn schließlich wollen die Tschechen ja anscheinend prinzipiell mitmachen. Das heißt, dass ein anderer Ratifizierungsweg gefunden werden muss.

Da man davon ausgehen muss, dass eine Europäische Union nur Gewicht auf der Weltbühne bekommt, wenn möglichst viele europäische Staaten darin vereinigt sind, sollte man an diesem Scheideweg doch einmal darüber nachdenken, bestimmte unwillige Staaten und Personen bis auf weiteres auf einen Status: assoziiert herabzustufen. Das könnten diesen Staaten mittelfristig auf die Beine helfen, und evtl. dazu führen, dass Sie wieder über ihre Zukunft nachdenken.
Da die gesamte Situation auf einen Machtpoker hinaus läuft, sollten sich die Staaten, die bereits ratifizierten noch einmal überlegen, wie sie weiterhin mit der Situation umzugehen gedenken. Im Moment sehe ich kein Druckmittel, um unwillige Staaten noch einmal auf eine Linie einzuschwören. Eine Gemeinschaft orientiert sich an Regeln, die jedes Mitglied einhalten sollte, wenn man gemeinsam erfolgreich sein will. Dann wird sich für die einzelnen Mitglieder auch ein ungefähr gleich verteilter Wohlstand einstellen, denn gerade nach dem neuen Regelwerk sollen sich ja Mehrheitsentscheidungen durchsetzen. Und wenn sich die großen zu viel heraus nehmen, werden die kleinen eben zusammen gegen sie arbeiten…

Ich bin dafür, solche „Querulanten“ auch notfalls von bestimmten Vorteilen ausschließen zu können, ohne der Bevölkerung die Möglichkeit zu nehmen, sich wieder für die EU zu entscheiden… Schließlich sind ja regierende auch nur Menschen, und von Ihrer persönlichen Geschichte geprägt. Und manchem scheint da der Blick für das Wohl des Volkes abhanden gekommen zu sein. Aber unsere globalisierte Welt schreit nach Gegengewichten zu immer mächtigeren großen Konzernen. Und die können ein kleines Land eher bedrängen, als ein großes Konglomerat. Und wenn sich die EU nicht beeilt, ein wenig einiger zu erscheinen, wird sie hinter großen Staaten als auch anderen Konglomeraten zurück fallen, und auf wen fällt das dann zurück?

Nunja, die Geschichte hat gezeigt, dass immer mal andere Weltteile mit Wohlstand und „Beherrschung der anderen“ dran ist. Hat sich das vom Orient (naher Osten) in den Okzident (Mitteleuropa) verlagert, danach neuerdings nach Nordamerika, dann ist wohl jetzt einmal der ferne Osten dran.
Es liegt an uns, den „verbleibenden Wohlstand“ zu sichern, oder vielleicht wieder aus eigener Kraft diesen Trend zu umgehen, oder eine Art Einklang mit aufstrebenden anderen Nationen zu finden, der in einer „Win-win-Situation“ endet.

wieder nichts gelernt Dienstag, Okt 13 2009 

Da sieht man es wieder, Macht korrumpiert, und außerdem schreit man immer nur nach mehr Macht. Was ich nicht verstehe, geht denn auch bei uns keiner mehr in die Schule, lernt etwas über die StaSi, oder doch zumindest über die GeStaPo? Mittlerweile bin ich überzeugt davon, dass es im damaligen Westdeutschland, aufgrund der übernahme der alten Verwaltungsstrukturen komplett versäumt wurde, totalitäres, reaktionäres – kurz gesagt: nationalsozialistisches Gedankengut – aus den Köpfen in der Verwaltung heraus zu bekommen. Kein Wunder, dass wir uns in letzter Zeit dem reaktionären Amerika annähern, alles nacheifern, inclusive einer völlig abgedrehten Idee, nach der es ewiges Wachstum geben kann… (nach Osten? – kleiner Scherz).

Nunja, was soll man sagen, was man durch Krieg nicht schafft, sollte man mit Diplomatie versuchen, man braucht ja irgendwann nur das Gebilde EU wieder um zu bennennen, dann hat man das alte Ziel ja erreicht, was schon mit der Errichtung der Einrichtung „deutscher Orden“ versucht wurde… mal sehen, wann es so weit ist. Aber bis dahin empfehle ich unermüdlich „Animal Farm“ und „1984″ sowie „451 Fahrenheit“ als Bettlektüre – für die nicht so lesewilligen Matrix und Equilibrium! Aber schließt die richtigen Schlußfolgerungen ;-)

wer an so einen Mist glaubt… Dienstag, Okt 13 2009 

ist eigentlich selber Schuld! Wer hat denn den Investment – Bankern und anderen „Bankiers“ den Floh ins Ohr gesetzt, dass es ein „ewiges, stetiges Wachstum“ (siehe dieser Artikel) geben könne?! Sowas kann doch nur aus Ländern kommen, in denen den Kindern in der Schule die Notwendigen Grundlagen nicht beigebracht werden. Das klingt ja so, als ob jeder Bürger in Deutschland irgendwann Bundeskanzler oder Bundespräsident werden könnte, und zwar alle gleichzeitig… Bei so viel Dummheit sollte man diese Leute doch nach solchen Äußerungen dauerhaft aus dem gesellschaftlichen, oder doch zumindest Bankenverkehr ausschließen! Ja ich weiß, es gibt auch Nobelpreisträger, die dieses Modell bevorzugen. Aber da kann man ja über das Kommitee der schwedischen Reichsbank nur den Kopf schütteln…

Die Demokratie ist tot Mittwoch, Okt 7 2009 

Ich hab’s ja schon immer vermutet, dass es für die Demokratie in Deutschland schädlich ist, dass eine Partei, wie die CDU/CSU, in Deutschland konstant über 30% der Stimmen bekommt, und selbst in schlechten Jahren nie zu kämpfen hatte. Jetzt wird mir klar, warum diese Partei so erfolgreich ist. Wir haben es mit einem versteckten System Berlusconi zu tun, welches durch Einflussnahme auf die Medien die bürgerliche Meinung entscheidend beeinflusst. Und dadurch den entmündigten Bürger schafft, den Rousseau und andere schon versuchten zu bekämpfen. Wir nennen unser System fortschrittlich? Kein wunder, dass die USA „Ihr“ System in die Welt tragen, weil dann die Politik nicht mehr von lokalen Machthabern ausgeübt wird, sondern von global agierenden Konzernen, die eh schon die Politik der „westlichen Hemisphäre“ bestimmen. (Interessant, dass es „westliche Hemisphäre“ heißt, obwohl sie längst nicht annähernd die Hälfte darstellt… ;-) )

Wenn die Bürger in einem „zivilisierten Land“ wie Deutschland es nicht schaffen, durch einen solchen Dschungel zu schauen, und kritisch die Vorgänge zu beobachten, und zu beurteilen, dass die wesentlichen nachteiligen Ereignisse in der Politik durch die CDU/CSU bestimmt worden sind, dann haben Länder, in denen die Bürger nicht annähernd so viel Bildung haben wie wir hier, gar keine Chance…

Und wir haben nur damit zu tun, uns zu beschweren, dass wir die ach so tolle neue E-Klasse oder den schönen Audi A5 nicht als Zweitwagen kaufen können… böse Finanzkrise!!!

Apropos, der Artikel, der mich mal wieder darauf brachte…

man sollte sich doch wundern… Donnerstag, Sep 17 2009 

dass die rechte Ecke der Gesellschaft sich immer noch vehement gegen unsere Staatsform ausspricht. Ich mein, es ist natürlich nicht alles toll. Aber das gesamte Konzept abzulehnen, ist doch irgendwie fraglich.
Das ist ja wie, als ob ein Hungriger die Hand mit dem guten Essen ausschlägt, weil das Essen nicht koscher ist (dabei meine ich jetzt nicht den westlichen hungrigen, der zum Laden um die Ecke geht, sondern jemand der zu Fuß durch eine Wüste gewandert ist).
Wenn man wie in Hamburg so beschützt wird, sollte man sich doch nicht beschweren können?!

Nun will die NPD die Sache in die Hand nehmen und für Recht und Ordnung auch in der Sternschanze sorgen. Knapp Hundert Nazis wurden von mehreren Tausend Uniformierten beschützt, um deren Recht auf Meinungsfreiheit durchzusetzen. Gegen den Nazi-Aufmarsch gab es verschiedene Proteste, u. a. eine Kundgebung vom Hamburger Bündnis gegen Rechts (HBgR), einem breiten Spektrum von antifaschistischen Organisationen, über Gewerkschaften und Kirchen bis hin zu Sozialdemokraten und Grünen.

Ich denke, die Mehrzahl derjenigen, die da mit marschiert sind, würden wahrscheinlich nach der Mama „Staat“ rufen, wenn sie auf einmal einem wütenden Mob von Antifas träfen, der ihnen irgendwie 10:1 oder so überlegen ist…
Womit ich allerdings nicht sagen will, dass es der Antifa in Sachsen nicht besser gehen würde… in einige Orte dort kann man sich ja bekannter Maßen nur „anonym“ wagen, wenn man keinen größeren Stress haben will. Das mag auf die meisten Orte nicht zutreffen, aber es ist allgemein bekannt, dass die neuen Bundesländer bei der Aufarbeitung der Vergangenheit am Anfang des letzten Jahrhunderts vor allem in der Jugendarbeit defizite haben!

arrgh… da werd ich sauer!!! Freitag, Aug 28 2009 

Wie kann jemand in Wahlkampfzeiten einen Kommentar auf einem öffentlich-rechtlichen Internetauftritt veröffentlichen, noch dazu als „Politikberater“, und in diesem Kommentar vom Wählen gehen abraten, bzw. das ungültig machen des eigenen Wahlzettels propagieren?
Ich find es unverantwortlich, dass jemand, der politisch durch das Abgeben eines Kommentars unter so einem wichtigen Titel wie „Politikberater“ eine Meinung vertritt, die dazu geeignet ist, unser demokratisches System zu schwächen.

Wie sagt man doch so schön:
Wer in der Demokratie schläft, erwacht in der Diktatur!

Nichts anderes ist nicht wählen gehen!

Ich schlage vor, dass der Herr Kocks einmal in den IRAN geschafft wird, und dort als freidenkender Mensch versucht, seine Meinung zu äußern. Vielleicht erkennt er dann, dass Aufrufe zum Nicht – Wählen in einer Demokratie eigentlich auf eine Stufe mit Volksverhetzung gehören, denn nichts anderem ebnet so etwas in unseren Breiten den Weg!

Umfragewerte… Freitag, Aug 7 2009 

Anscheinend sind die Deutschen in Sachen Kompetenz seit den 60ern komlett fehlgebildet. Irgendwie meinen anscheinend knapp 2/3 aller Deutschen, dass nichts- tun ein Ausdruck von Kompetenz ist, und dass sein Fähnchen nach dem Wind drehen Führungskraft bedeutet…

Beispiel gefällig? Die meisten Sonntagsumfragen.

Bologna – Misere Montag, Jun 15 2009 

Wie in Jenas „führender Hochschulzeitung“ Akrützel gerade wieder berichtet wurde, ist das Thema Bologna – Prozess und Bachelor- als auch Masterstudiengang ein rotes Tuch für Studierende und solche, die es vor kurzem waren.
Im Allgemeinen wird kritisiert, dass das Studieren an sich nicht mehr selbstbestimmt und halbwegs frei, sondern sehr stark verschult wird. Für bestimmte kritische Bereiche, wie zum Beispiel ganz stark die Geisteswissenschaften mit dem Magister, aber auch die Naturwissenschaften an den Unis, ist diese Umstellung auch stark problematisch, weil eine Kernforderung der Umstellung ist, dass Module erst dann begonnen werden dürfen, wenn bestimmte Vorgängermodule schon abgearbeitet sind.

Jedoch obliegt die genaue Umsetzung der Hochschule an sich, und wird durch eine Akkreditierungskommission bewertet und für gut befunden (oder auch nicht). Jetzt frag ich mich aber, warum an einer FH das Modulsystem problemlos passt, und auch nachfolgende Module angefangen werden können, ohne dass die vorherige Prüfung schon bestanden wurde? Warum musste denn zum Beispiel die FSU Jena diese Folgebedingung in der striktesten Art und Weise einpflegen, die man sich hätte denken können? Eine Regelung: „Prüfung darf erst geschrieben werden, wenn Prüfung vorher bestanden“ hätte doch gereicht, oder nicht? Nein, wenn die Prüfung nicht bestanden ist, kann man gleich das nächste Modul vergessen, weil man sich nicht anmelden darf.

Eine günstige Regelung erscheint mir, dass es feste Zeiträume für Wiederholungsprüfungen gibt, wer dann nicht besteht, fliegt. Wenn man an Beispielzeiträume von ca. 6 Wochen oder 8 Wochen denkt, sind drei oder vier Wiederholungsprüfungen in einem Semester drin, dann kann geext werden. Damit werden Studierende, die nicht willens oder fähig sind, frühzeitig gesiebt, aber diejenigen, die lediglich einen schlechten Tag hatten, werden verschont. Und können trotzdem noch das Studium in der Regelstudienzeit schaffen.
Womit wir bei dem nächsten Problem der FSU sind. Durch die getroffene Regelung wird der prozentuale Anteil der Studierenden, die das Studium in der Regelstudienzeit abschließen rapide sinken. Das bedeutet aber für die Hochschule, dass sie in Rankings an Plätzen verlieren wird. Vorrausgesetzt, dass andere Hochschulen eine bessere Regelung getroffen haben. Da aber angehende Studierende ihren Standort oft nach Rankings aussuchen, und die Legitimation einer Volluni auch durch die Anzahl der Studierenden bestimmt wird, und die Finanzierung leichter wird, wenn man aufgrund der Studierendenzahl mehr Gewicht hat, wird es für die Uni in Zukunft schwer, ihre Position zu verteidigen. Zumal diese Situation durch die vergangenen Kommunalwahlen und kommenden Landtagswahlen sich nicht verbessern werden dürfte. Denn man kann davon ausgehen, dass die jetzige Landesregierung wiedergewählt wird: die Ankündigung von Studiengebühren in Thüringen ist längst durch, und die mindestens 5 jährige Vorbereitungsfrist, die von einem Oberverwaltungsgericht für die Einführung von Studiengebühren festgelegt wurde, ist seit der letzten Wahl auch schon verstrichen. Die gewaltsame Einführung von Verwaltungsbeiträgen, um auf dem Rücken der i.A. schlecht verdienenden Studierenden Geld in die Landestaschen zu spülen bestätigt eine feindliche Position der jetzigen Landesregierung ggü. kostenlosem Studieren.

Die prekäre Situation der Hochschule nur aufgrund einer einzelnen Regelung, die man hätte leichter auslegen können.
Jedoch sind viele Abgänger und Bedienstete der Volluni noch immer in traditionellem Standesdünkel behaftet, und können die Besserungen, von einer „minderwertigen“ FH (ggü. der Uni) nicht ohne Bedenken annehmen, d.h. man versucht auf Krampf ein besseres System einzuführen, auf dem Rücken der Studierenden.
Die auch noch durch ein solches System erfolgreich an der Teilnahme an Protestaktionen gehindert werden, denn man hat ja so schon kaum Zeit zum studieren, geschweige denn für andere Aktivitäten oder Selbstfindung. Die Attraktivität Deutschlands als Wissenschaftsstandort nimmt weiter ab, unser so hochgelobtes Magistersystem (in anderen Ländern wurden deutsche Magister in Geisteswissenschaften mit Kusshand begrüßt, weil sie eben analytisch und freier denken konnten, als durch verschulte Systeme wie z.Bsp. in Italien gebildete) wird aufgrund von Konkurrenzdünkeln in der Europäischen Union geopfert, um einheitliche Standards zu schaffen. Wobei die Austauschbarkeit des Studienortes und die Freizügigkeit der Studierenden, wie durch verschiedene Studien belegt ist, dabei noch mehr eingeschränkt wurde, als vorher die unterschiedlichen Systeme zuließen.

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